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Chronik

 

Der Allgemeine Bürgerschützenverein ist der älteste und traditionsreichste Verein Gahlens.
Schon in alten Niederschriften von ca. 1525 wurde eine Schützengilde erwähnt. Der älteste noch vorhandene Nachweis ist die Schützenkette aus dem Jahre 1863. Es ist eine Silberkette mit handgefertigten und gravierten Plaketten. Die erste Innschrift lautet:

“ Bürgerschützenverein zu Gahlen 1863“

Die erste Königsplakette ist vom König Friedrich Schult aus dem Jahre 1863. Die Königin wurde zu der Zeit noch nicht erwähnt.

Die erste von vier im Vereinsbesitz befindlichen Fahnen stammt aus dem Jahre 1880 mit der
Inschrift:

„Schützengesellschaft Dorf Gahlen
Einigkeit macht stark“

Rückseite: „Wenn Junggesellen Hand in Hand
stärkt Mut und Kraft fürs Vaterland“

„Schützenliebe wanket nicht wenn
auch Stahl und Eisen bricht“.

Dazwischen ist der alte preußische Adler mit dem Zeichen des Preußenkönigs „FR“. Daraus ist zu erkennen, daß der Schützenverein nur von Junggesellen gebildet wurde.

Die zweite Fahne ist aus dem Jahre 1894 und der Verein wurde für jedermann geöffnet.

Inschrift:
„Bürgerschützenverein Gahlen gegründet 1894“

Rückseite: „Üb Aug und Hand fürs Vaterland“

Zu dieser Zeit umfaßte Gahlen das Gebiet vom Gartroper Steinbach bis zum Dorstener Schölzbach und von der Lippe bis zur heutigen Kirchhellener Grenze. Das entspricht noch der heutigen Kirchengemeinde.

Nach der kommulalen Neuordnung im Jahre 1928 trennte sich die Hardt von Gahlen und bildete einen eigenen Verein. Bis zum heutigen Tag bestehen gute Beziehungen zum Hardter Schützenverein. Zu jedem Fest erfolgt eine gegenseitige Einladung.

Soweit aus Erzählungen bekannt, war das Vereinslokal immer die Gaststätte „Schult auf dem Kamp“. Seit Generationen ist dort auch ein Festsaal. Der Saal wurde früher teilweise für landwirtschaftliche Zwecke genutzt . Zu Festen wurde der Saal ausgeräumt und der Boden ausgelegt. Im Jahre 1919 entstand der heute noch vorhandene Saal, der dem Schützenverein bis 1972 zur Verfügung stand.

 

Gleich in der Nähe des Vereinslokals war im Törkentreck der alte Scheibenschießstand. Seit Gedenken haben die Schützen mit dem KK-Gewehr ihren König ermittelt. Im Garten des Vereinswirts war ein gemauerter Stand und von dort aus wurde auf die 50 Meter entfernte Ringscheibe geschossen Von jeder Kompanie befand sich ein Schütze in der Deckung damit alles reell zuging. Der König wurde durch Böllerschüsse bekanntgegeben. Das Böllern ging nach dem Prinzip uralter Kanonen. In einem schweren ca. 30 cm hohen Stahlgußrohr mit einem Fuß und einer Zündpfanne wurde Schwarzpulver gefüllt und dann mit Papier fest zugestampft. Nur auf der kleinen Zündpfanne lag das Pulver offen. Gezündet wurde die ganze Sache mit einem an einer langen Stange befestigten glühenden Bolzen, der dann an die Zündpfanne gehalten wurde. Mit einem ohrenbetäubenden Knall flog dann das Papier aus dem Rohr. Das Böllern war immer dem Festwirt vorbehalten.

Das Schützenfest war in den früheren Jahren schon ein großen Ereignis im Dorf, und es ging teilweise sehr nach alten preußischen Maßstäben zu. Damit zur Parade alles gut klappte, war acht Tage vor dem Fest die Vorparade. Die Schützen mußten auf der „Kotten Heje“ (kurzen Heide) und später auf dem Sportplatz antreten, um das Marschieren und den Paradeschritt zu üben. Diese Tradition wurde nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgegriffen.

In früheren Jahren wurde am Samstag vor dem Fest nur der Schützenkönig ermittelt und das Dorf geschmückt. Erst am Sonntagmorgen begann das eigentliche Schützenfest mit dem gemeinschaftlichen Kirchgang, Kranzniederlegung am Ehrenmal und Königsproklamation unter der Friedenseiche. Erst seit dem Jahre 1960 wurde schon am Samstagabend im Saal gefeiert. In den späteren Jahren wurde dann der Kirchgang, Kranzniederlegung und Königsproklamation auf den Nachmittag verlegt. Ab dem Jahre 1974 wurde mit der alten Tradition Kirchgang des Vereins in Verbindung mit der Krönung mit der Kirche abgebrochen. Seit dieser Zeit wird auch nicht mehr das Königspaar vor der Kirche proklamiert. Heute findet alljährlich im Frühjahr ein Kirchgang der uniformierten Schützen statt.

Durch die Neugestaltung des Dorfes im Jahre 1970 ist der alte Schießstand dem Parkplatz zum Opfer gefallen. Der Verein stand vor dem Problem einen neuen Schießstand zu bauen oder eine andere Möglichkeit zu schaffen, um den König zu ermitteln. Da sich nicht das geeignete Grundstück für einen neuen Schießstand fand und der Verein auch nicht die nötigen
Mittel zur Verfügung standen, hat man sich entschlossen eine original Schweizer Armbrust anzuschaffen. Mit diesem präzisen Gerät wird mit dem Pfeil auf eine Ringscheibe geschossen. Der neue Schießstand befindet sich am Ende des neuen Parkplatzes und war ehemals ein Rübenkeller.

Im Jahre 1975 erhielt der Verein eine neue Fahne. Mit einer großen Fahnenweihe und zehn geladenen Vereinen fand die Fahnenweihe statt.

Die Inschrift lautet:
„Allgemeiner Bürgerschützenverein Gahlen 1880 – 1975
Einigkeit macht Stark „

Rückseite:
„Frohsinn und Geselligkeit sind der Schützen Ehrenkleid“

 

 

In früheren Jahren wurde das Kinderschützenfest in Gahlen-Dorf durch die Schüler selbst veranstaltet. Major, Majorsadjutant und Königsadjutant waren zu Pferde. Das Königspaar wurde in einer Kutsche gefahren. Der König wurde am Tag vor dem Kinderschützenfest mit dem Luftgewehr ermittelt. Das Fest selbst fand im Saale Uhlenbruck statt (Gahlener Hof). In Begleitung des Tambourkorps Bricht wurde der König und die Königin abgeholt. Nach dem Kriege wurde das Kinderschützenfest von den Lehrkräften unterstützt. Seit dem Jahre 1996 wird das Kinderschützenfest anläßlich der Gahlener Kirmes und dem damit verbundenen Schafsmarkt durchgeführt. Der Kinderschützenkönig wird mit der Armbrust ermittelt und bildet mit seiner anschließend erwählten Königin und dem Hofstaat den Thron des Kinderschützenfestes. In den nächsten Jahren nahmen immer weniger Kinder am Königsschiessen teil. Der Verein entschloss sich ab dem Jahr 2004 das Fest vom Schafsmarkt zu trennen. Mit einem neuem Konzept findet das Fest nun am 2. Septemberwochende statt. Mit Erfolg. Die Teilnehmerzahlen haben sich auf über 120 Kinder versechsfacht.

Seit einigen Jahren findet jährlich ein Seniorennachmittag statt der immer von über 100 Senioren besucht wird.

Seit dem Jahre 1993 hat der Schützenverein die 4. Kompanie, eine Frauenkompanie, die am Schützenfestmontag den Umzug mitgestalten und einige Aufgaben innerhalb unseres Vereines übernimmt.

Im Jahre 2005 erhielt der Verein seine vierte Fahne. Die Fahnenweihe fand mit zahlreich geladenen Vereinen statt.

Noch dokumentierte Vorsitzende des Vereins:

Vor dem ersten Weltkrieg Heinrich Schürmann und Heinrich Köster

1920 -1924 Alfred Hemmert-Halswick
1924 -1967 Heinrich Nuyken-Hedgen
1967 -1979 Gustav Kühn
1979 -2002 Gustav Ruloff
2002 -2007 Gerhard Becks

2007- heute Klaus Schürmann

Wir hoffen, euch hat der kleine Einblick in die Vergangenheit unseres Schüttzenvereines gefallen.